Prof. Emerich Rathay            

Ungarische Adelsfamilie

verh. mit Stefanie Horzinek
2 Töchter.

 


*      7.07.1845 Budapest
+     9.09.1900 Klosterneuburg

 

Neue Verordnung der Qualitätsweinrebsorten, Österreichisches Weingesetz vom 31. Oktober 2000.


Für die Produktion von Qualitätswein oder Qualitätswein besonderer Reife und Leseart (= Prädikatsweine) dürfen nunmehr drei neue Rotweinsorten angebaut werden:
Roesler, Rathay und Syrah

Sehr geehrter Herr Rathay,
die Rebsorte ist nach Emerich Ráthay benannt, der von 1892 bis 1900 Direktor unserer Lehr- und Forschungsanstalt war. Er entstammte einer ungarischen Adelsfamilie (*7.7.1845 Budapest + 9.9.1900 Klosterneuburg). Ob es eine Querverbindung nach Oberschlesien gab, ist uns nicht bekannt. Bitte geben Sie uns Ihre Postadresse bekannt, gerne übersenden wir Ihnen Kopien einer Biographie. Weine können Sie derzeit nur bei uns beziehen, da die Verbreitung der Sorte im Weinbau gerade erst begonnen hat. Da wir selbst noch knapp sind, können wir Ihnen 6 Flaschen 0,75 l Ráthay 1999 anbieten. Die genauen Preise und Modalitäten senden wir Ihnen mit den Kopien mit.
Mit besten Grüssen

 

      

 

von 1892 bis 1900 der zweite Direktor in der Geschichte der Lehr- und Forschungsanstalt war. Er entstammte einer ungarischen Adelsfamilie und begründete die chemische Untersuchungs- und Forschungstätigkeit in Klosterneuburg. In der „Oenochemischen Versuchsstation“ behandelte ab 1870 Prof. Dr. Leonhard Roesler mit seinen Mitarbeiter eine Reihe von damals brandaktuellen Themen z.B. die Reblaus oder die so genannte Kunstweinfrage. Erstmalig wurden unter seiner Leitung Reihenanalysen von Weinen aus den habsburgischen Kronländern und den wichtigsten europäischen Weinländern durchgeführt und veröffentlicht.

Das eigentliche Forschungsziel eine völlig pilzresistente neue Sorte zu finden, wurde zwar verfehlt, aber die Kreuzung erwies inzwischen als in mancherlei Hinsicht sehr robust. Sie besitzt lockerbeerige Trauben, eine sehr gute Frostverträglichkeit (bis minus 25 Grad) und ist ausserdem nahezu resistent gegen Mehltau, was etwa fünf Spritzungen pro Jahr erspart. Die Sorte ist seit dem Jahr 2000 in Österreich als Qualitätsrebe zugelassen. Erste Versuchsanpflanzungen gibt es im Burgenland sowie in Klosterneuburg. Bringt gerbstoffreiche und extraktreiche Weine von tieferdunkler blauroter Farbe, die sich für den Ausbau im Barrique eignen. Hat ein ähnliches Qualitätspotenzial wie der Zweigelt.

 

Ráthay, Emerich (1845−1900)

Rathay besuchte in Wien die Mittelschule und studierte am Polytechnikum und an der Universität ebd. Lehramtsprüfung. Assistent an der Lehrkanzel für allgem. Zoologie und Botanik am Polytechnikum Wien, durch 3 Jahre Professor an der Landw. Akademie in Ung.-Altenburg und 1 Jahr Prof. für die naturwissenschaftl. Fächer an der Staatsoberrealschule in Wien-Sechshaus. 1874 Prof. für naturwissenschaftl. Fächer in Klosterneuburg und ab 1893 Direktor, Babos Nachfolger.

Veröffentlichungen: Wissenschaftliche Arbeiten über Krankheiten an der Rebe und anderen Nutzpflanzen, über die Geschlechtsverhältnisse der Weinreben-Arten. − Das Schriftenverzeichnis enthält mehr als 100 Titel. Ráthay ist einer der Begründer der Schädlingsforschung im Weinbau.

Literatur: Ráthays Leben und Wirken, "Die Weinlaube", 1890, Nr. 40. − Nekrologe: Jahresbericht der Lehranstalt Klosterneuburg 1901 und "Die Weinlaube", Klosterneuburg, 1900, Nr. 37. Bauer, W.: Wer war Emerich Ráthay? Amtsbl. der Stadtgemeinde Klosterneuburg, 1979, Nr. 7.

 

 

 

Titel-Nr.

00806

Autoren, Herausgeber, Bearbeiter, Mitarbeiter:

Babo, August Wilhelm Frhr von

Bibliographische Angaben:

Jg. 1-39. Wien [usw.] 1869-1907.

Besitznachweis (Bibl.sigel):

0100

Bemerkungen:

Seit 1908 vereinigt mit "Allgemeine Weinzeitung". - s. Nr. 00822.

Stichworte:

Zeitschriften

Eingabedatum:

10.03.2004

http://www.zadi.de/CF/weinbaugeschichte/index.cfm?aktion=detail&titel_nr_id=806