Unser Freund, der Däne Paul Petersen

Mensch, Maler, Bildhauer

 

*         28.04.1935, Kopenhagen
†        22.03.2000, Kopenhagen

 

Vagn Groth er multikunster og kulturformidler



 Nach einem Urlaub in Spanien, und dem Erlebnis eines Stierkampfes, 
kam mit diesem Stier der Durchbruch für Paul Petersen.
 

Paul Petersen
 

28.04.1935    Kopenhagen, Dänemark
1951               Schlosserlehre
1958               Ausbildung zum Maschinenbauer
1963               Gründung der "heisteel"
                        Maschinenfabrik in Videbaek, Dänemark
1978               Umzug in die BRD
1987               Einzug in atelier+werkstatt
                        Mainz- Weisenau
1988               Aufnahme im Berufsverband
                        bildender Künstler (bbk)
                        Landesverband Rheinland-Pfalz
1995               Austritt aus dem bbk
                        Umzug nach Douarnenez, Frankreich
22.03.2000    Plötzlicher Herztod

                     
   Ausstellungen - eine Auswahl
                        Einzelausstellungen wurden mit  * gekennzeichnet
1958               Kopenhagen              Galerie Paletten
1966               Ringkjoebing  Galerie Bansoegaare*
1981               Freiburg                      Galerie die Werkstatt*
1982               Wuppertal                   Wuppertaler Rundschau*
                        Marktheidenfeld        Galerie alte Bach*
1987               Graz                            Künstlerhaus Begegnungen*
                        Wiesbaden                Galerie Moering

1988               Mainz                         Galerie Passepartout*
                       
Schwelm                    Galerie Conny Wolf*
                        Erkrath                       Rathaus*
                        Wiesbaden                abbott gmbh*
1989               Oppenheim                Weinbaumuseum Ausstellung         des bbk
                        Mainz                         Rathaus, Mainzer Künstler  für amnesty international
1990               Wiesbaden                abbott gmbh*
1991               Mainz                         ff 1994 Frankfurter Hof Jahresausstellung bbk
1992               Mainz                         Galerie im Treibhaus*
1993               Bensheim                  Galerie Viereck 
diagonale Kreis*
                        Dijon                           chambre de commerce

                        Bad Kreuznach          Galerie Ziad Chahin*
                        Pirmasens                 künstle im Messestand
                        Taunusstein                Galerie Be *
1994               Kopenhagen              Gammeldgaard kulturcenter  mit M..Baasner + tall
                        Trier                            Tufa, Ausstellung bbk
                        Mainz                         Galerie im Treibhaus mit Renate Jancso + Tall
                        Mainz                         Stadtwerke Mainz  Künstler + Umwelt
1995               Berlin                          Galerie Bellevue mit  V
agn Groth + Tall
                        Taunusstein                Museum Wehener Schloss  8 Künstler aus 8 Ländern
                        Bodenheim                Dolles Galerie mit Tall
 

 

 

 

Aktuell (Aug.2009)

Kunst
Angelika P. Wagner
     
 www.Atelier-Wagner.de

Angelika Wagner lebt seit ihrer Kindheit in Nackenheim. Ihren künstlerischen Werdegang begann sie mit einer Ausbildung bei Paul Petersen (Mensch, Maler und Bildhauer). Sie absolvierte verschiedene Seminare zur Weiterbildung und Studienreisen. Es folgten Gemeinschaftsausstellungen sowie Einzelausstellungen, unter anderem im Rathaus der Verbandsgemeinde Bodenheim, in der Kreisverwaltung Mainz-Bingen, dem Ortsmuseum Nackenheim, dem Hilton Hotel Mainz, dem Klinikum der Joh. Gutenberg-Universität Mainz sowie der Galerie Licorne Duarnenez in der Bretagne, Frankreich.
Ihr Sohn Jens H. T. Wagner, Jahrgang 1978, ist Poet und Musiker. Als Sänger und Texter schreibt er Gedichte, die mystisch erscheinen, eine Anderwelt sowie das reale Leben miteinander verbinden. Jens Wagner hat poetische Texte zu Bildern von Angelika Wagner geschrieben, die in einem kleinen Band veröffentlicht wurden.
Kastanienweg 13, 55299 Nackenheim, Tel.: 06135/4002
 

Aus seiner Mainzer Zeit

 

 Wie ich Paul kennen gelernt habe.

Paul Petersen war (stolzer) Däne. Er war als Schlosser in einer Mainzer Industriefirma beschäftigt. Mein Bruder Heinz war sein Vorgesetzter. In dieser Anfangszeit konnte man nur ahnen, dass in Paul ein Talent schlummerte.

 Gelegentlich, zum Ärgernis der Werkstattleitung, fanden sich Pauls "Werke" an den gefliesten Wänden der Werkstatt-Toilette. "Das war wieder der Paul", hat mein Bruder geschimpft. "Das muss er aber wieder wegwischen".

  Auf einer nächtlichen Kneipentour durch Mainz landete ich wie so oft nach 1:30 Uhr in der "Schachtel". Die "Schachtel" war um diese Uhrzeit, alle anderen Gaststätten außer den Bars hatten gerade geschlossen, die "letzte Rettung". Wer noch Durst verspürte, oder noch niemanden gefunden hat, fand sich in der "Schachtel" bei Bernd und Hermann ein.   In dieser Nacht saß am Nebentisch eine Gruppe junger Leute, die eine für mich fremde Sprache sprachen. Auf meine freundliche Frage hin erklärte man mir, das sei dänisch. Es wurden gleich einige Sprachübungen mit mir durchgeführt....       Rødgrød med fløde. 
(Røget ørred med røræg og rødgrød med fløde) - "..irgendwas mit Sahne"

  Einige Nächte später brachte die Bedienung ein Weizen-Bier an meinen Tisch: "von diesem Mädchen dort". 
Es war von der K. aus Dänemark. K. hatte gerade Ärger mit ihrer Vermieterin in Gonsenheim und war auf Wohnungssuche. In unserer WG ist gerade ein Zimmer frei geworden. K. hat dann ca. 3,5 Jahre bei mir in der WG gewohnt (von 16.1.1983 bis 1.11.1986) und den Kontakt zu Paul hergestellt.

  Wir lachten, als sich herausgestellt hatte, dass Paul mit meinem Bruder in einer Firma arbeitet. "Mainz ist eben ein Dorf", stellten wir fest.

  Einige Monate später kündigte Paul seinen Job bei dieser Firma, um sich voll der Kunst zu widmen.

  Ich habe diesen Schritt als sehr mutig,  aber auch als richtig bezeichnet. (Mein Bruder Heinz, bissig: 
"Sag´ dem Paul, nachdem er gegangen ist, sind keine "Werke" an den Wänden mehr aufgetaucht".)

  Um seinen Start etwas zu erleichtern, habe ich auf einer dieser nächtlichen Touren bei Paul ein Bild bestellt und 700,00 DM angezahlt. Das Bild (Innenhof, 1985), eines seiner ersten Werke, das ich viel  später ausgesucht und abgeholt habe, hängt heute im Flur in meinem Haus. Paul hat oft darüber gesprochen. Gefallen hat es ihm, dass jemand an ihn geglaubt hat. Von der Kunst alleine konnte Paul zu diesem Zeitpunkt noch nicht leben. Er arbeitete zeitweilig beim Albiger Bildhauer Rudolf Götz. 

  Zu der Gruppe, die oft mit Paul unterwegs gewesen ist, zählten der Prof. Jürgen (anfangs mit Sekretärin Mareike von der H.), der Klinik-Direktor Peter B. (mit damaliger Freundin und heutigen Ehefrau, der Französin  Mary), der Arzt Rainer W., der Ingenieur Wolfgang G. und der Chemiker Peter (mit Freundin Beate von C.) (der Autor). Paul, Jürgen, Peter und Peter, ältere Herren mit mindestens 20 Jahre jüngeren Freundinnen. Rainer und Wolfgang waren brave Ehemänner.
Fast jeden Sonntag gegen 11:00 traf man sich in "Quartier Mayence" zum Frühschoppen und Live-Konzert. (Dort trafen wir die schönen Frauen Marion K. aus Bad Kreuznach (die Lehrerin) bzw. die Gisela R. aus Klein-Winterheim. Besonders Marion zog mit uns "durch die Kneipen". Peter, der Direktor war eine Zeitlang "hinter der Marion her"). Ein paar Mal, waren auch Peters Töchter, die zu Besuch angereist sind, mit dabei. Anschließend wurde in der Weinstube "Hottum" etwas gegessen und Bier aus Flaschen genossen. Der Sonntag war dann "gelaufen".

Beliebter Treffpunkt nach dem Hottum war mein Garten gewesen.  So lagen wir im Gras und genossen die hochsommerlichen Temperaturen im Schatten der Trauerweide, ein Weizen-Bier in der Hand.

  Dass es mit Paul immer "lustig" zugegangen ist, zeigt die Tatsache von Lokalverboten für Paul. In einige Kneipen durfte der Paul nicht mehr hinein .

  Beeindruckt hat mich die Fürsorge, mit der Paul seine damalige Freundin G. bedacht hatte. Sie war Alkoholikerin und oft völlig betrunken. Mit Schrecken denke ich an einige Begegnungen mit ihr, wenn sie betrunken war. "Peter, du Arschloch", brüllte sie durch das ganze Lokal. (Sie wollte damit sagen: "Peter, kauf mehr Bilder von Paul".) Es war mit ihr nicht besonders lustig. Ich denke, die Lokalverbote für Paul hatten auch mit ihr zu tun. Ein mal ist sie vom Barhocker gefallen und saß hilflos auf dem Boden. Paul hat sie aufgerichtet und sich liebevoll um sie gekümmert. Pauls verhalten hat mir imponiert.

Bis Paul seine Muse gefunden hat (die rothaarige G.). Mit ihr ging es aufwärts mit Paul. Weil sie zu  ihm ins Atelier eingezogen ist und sich dort polizeilich anmelden wollte, musste Paul seine Werkstatt in der ehemaligen Schnapsbrennerei  räumen. Sie war als Wohnung nicht zugelassen.
Sie sind dann 1995 nach Frankreich in die Bretagne gezogen. Fünf Jahre später wollte Paul für einige Tage seine Söhne in Dänemark besuchen. Er kam nicht mehr zurück. Er ist dort plötzlich und völlig unerwartet verstorben. War es Vorahnung? Ist er nach Dänemark gefahren um dort zu sterben?
(Wie ich heute (31.8.09) von Angelika erfahren habe, wollte Paul in der Heimat Papiere holen, die er für die Heirat benötigte - er wollte seine Freundin ehelichen. Ein altes Herzleiden, das er nicht behandeln ließ, hat ihn dahingerafft.)

  Ein Akt (aus der Galerie "Santa Clara" in Wiesbaden), der unsere gemeinsame Bekannte, die Kunststudentin Charly zeigt, hängt bei mir über dem Bett. "Charly" ist oft mit uns (Paul und mir, "Peter und Paul") ausgegangen. Es hat ihr, der 20jährigen,   imponiert, dass sie mit "über 100 Jahren männlicher Lebenserfahrung" unterwegs gewesen ist. Sie ging, eingehakt in der Mitte zwischen uns.

  Charly ist bei mir in die WG nach der K. eingezogen. Sie ist ebenfalls sehr begabt und hinterließ bei mir drei Werke:
"Selbstporträt am Klavier", "Saskia in Hitze", "Kinder malen". Sie hat für Paul Petersen  gerne  Modell gestanden.

Die Hosenträger

Zum 50. Geburtstag bekam Paul von meiner damaligen Freundin und Partnerin Beate von Cisewski, Hosenträger geschenkt. Diese Hosenträger hat Paul immer, über Jahre hinweg, bis zuletzt getragen.
Sie waren voller Farbkleckse.

  Viel zu früh ist Paul Petersen, der Däne, mit gerade mal 65 Jahren von uns gegangen.
Wir werden ihn nie vergessen...

 

Einladung zum 60. Geburtstag


Brief aus Frankreich

Brief aus Frankreich

       
Illustrationen zur "Poesie"
 Paul hatte noch mehr Freunde 
Hier ein Beispiel (Organisiert von Iris)
 
 

 

Innenhof 1985

 


Charly in Blau (1.600,00 DM)

 

  Pauls Sohn

1. Vagn Groth er multikunster og kulturformidler

http://www.undersystem.dk/Vagn.html

http://www.imagekind.com/MemberProfile.aspx?MID=3c0404fb-f6d6-40b8-b8ad-226106998f54 http://vazao.dk/english/

2. Søren Groth Petersen